Priol und Schramm bei der Montagsdemo gegen Stuttgart 21

Die von mir sehr geschätzten Kabarettisten Urban Priol und Günter Schramm sind hochoffiziell bei der Montagsdemo gegen Stuttgart 21 aufgetreten.

Es gibt da ein berühmtes Zitat des noch berühmteren Journalisten Hanns Joachim Friedrichs:

Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.

Ich finde, das gilt auch für Kabarettisten. Schade, bei mir haben die beiden sehr verloren.

Manne Lucha zur Öffentlichkeitsarbeit der OMIRA

Nun mal live aus Oberschwaben. Vor einiger Zeit gab es einen mittleren Skandal um die Oberland Milchverwertung Ravensburg GmbH (OMIRA). Diese hatte auf eines ihrer Produkte “Bodenseekäse” geschrieben, obwohl holländischer Käse in der Packung war. Etikettenschwindel nennt man so etwas. So weit, so schlecht. In der Anzeigengazette Wochenblatt hat sich nun der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Ravensburger Stadtrat, Manne Lucha, zur Öffentlichkeitsarbeit der OMIRA geäußert: "Wo bleibt der Aufsichtsrat?". In dem Beitrag heißt es:

Ein Unternehmen, das 2009 mit 12.64 Millionen Euro der fünftgrößte Empfänger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland war, muss sich gegenüber der Öffentlichkeit transparenter darstellen.

Wo er Recht hat, da hat er Recht. Ein “Unternehmen”, das auch eine hübsche Summe im Jahr umsetzt, und zwar Steuergelder, ist die Stadt Ravensburg. Und in dieser Stadt treffen sich Grüne und Schwarze regelmäßig unter Ausschluss der Öffentlichkeit in irgendwelchen Ausschüssen. Dort werden Beschlüsse vorbereitet, die ohne nennenswerte Diskussion in den Ratssitzungen abgenickt werden. Kein Bürger weiß, welche Argumente von welcher Seite ins Spiel gebracht werden. Manne Lucha, dem schon mal unterstellt wird, die Stadt als sein privates Königreich zu betrachten, sollte sich seine eigenen Äußerungen zu Herzen nehmen und in der Stadtratsarbeit selbst für Transparenz sorgen. Sonst werden die Bürger von Ravensburg zu Schelmen, die immer Böses dabei denken.

Rat sagt Nein zu Lidl: Ich reibe mir die Augen

Jetzt muss ich mein liebes altes Weblog doch noch einmal reaktivieren. Ich rege mich nämlich gerade auf. Der Grund steht in der SchwäZ von heute: Rat sagt Nein zu Lidl.  Aus der Meldung:

Ohne Diskussion hat der Ravensburger Gemeinderat am Montagabend mehrheitlich die Ansiedlung eines Lidl-Marktes auf dem Areal des Autohauses Zwerger in der Weststadt verhindert.

Ich staune. Mir ist nicht ganz klar, warum sich der Stadtrat in merkwürdiger Einigkeit von Schwarzen und Grünen verhindernd in die "freie" Wirtschaft einmischt. Ich dachte bisher immer, zumindest die Union hätte sich ein anderes Verhalten auf die Fahnen geschrieben. In Ravensburg gibt es also neuerdings Planwirtschaft

Was schon lange (Un-) Sitte ist, sind die vielen nichtöffentlichen Ausschusssitzungen. Es ist in Ravensburg mittlerweile Usus: Die Diskussion findet hinter verschlossenen Türen statt. Danach schreitet man ohne Aussprache direkt zur Abstimmung. So weiß man als Bürger nicht, wer wie argumentiert. Vermutlich ist das auch so gewollt. In der o. a. Causa bleilbt auf diese Weise ein Gschmäckle. Was haben die Eigentümer des Autohauses Zwerger getan (oder unterlassen?), dass die Schwarzen und die Grünen den Lidl-Deal verhindern wollen, obwohl der Bedarf in der Weststadt nachweisbar vorhanden ist. Noch ist das Denken nicht verboten.

Normal habe ich etwas dagegen, Gerichte zu bemühen. In diesem Fall hoffe ich, dass ein Urteil einigen arroganten Ravensburger Stadträten zeigt, "wo der Bartel den Moscht holt". Und dann hoffe ich auf das Gedächtnis der Wähler bei der nächsten Stadtratswahl. Allein, mir fehlt dazu der Glaube…

Dieses Blog ist im vorläufigen Ruhestand

Vor einigen Tagen hat mich meine jüngere Tochter zu Recht darauf hingewiesen, dass hier eine wichtige Mitteilung fehlt.
Hier ist sie:

Momentan schreibe ich auf “Interessante Zeiten” keine neuen Beiträge mehr. Vielmehr konzentriere ich mich auf mein Toolblog und auf ein weiteres Blogprojekt, das zum Jahreswechsel starten soll. Andererseits ist mir Interessante Zeiten ans Herz gewachsen. Deshalb nehme ich es nicht ganz aus dem Netz und wer weiß, vielleicht reaktiviere ich es wieder einmal.

In der Zwischenzeit können Sie in dem Inhalt aus sechs Jahren stöbern und nach wie vor Kommentare hinterlassen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Ihr Stephan List

Allen Lesern ein Frohes Fest!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von Interessante Zeiten ein gesegnetes Weihnachtsfest! Lassen Sie es sich gut gehen.

In den letzten Wochen habe ich auf Interessante Zeiten nichts mehr veröffentlicht. Momentan fließt meine ganze Energie in das Toolblog und in Takin’ the Minutes. Das heißt aber nicht, dass Interessante Zeiten eingestellt wird. Die Planung einer neuen Website und damit verbunden die Neuorganisation meines ersten Weblogs steht bei mir für das neue Jahr ganz oben auf der Agenda.

Bis dann noch einmal ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ihr
Stephan List

Die 50 besten Erfindungen des Jahres

 

[via QuickOnlineTips]

Bohemian Rapsody

 

[via Mashable]

Ein Leserbrief zum dreigliedrigen Schulsystem

In einem Leserbrief, der in der heutigen Ausgabe der SchwäZ veröffentlicht wurde, schreibt ein Herr Lins aus Horgenzell:

Die Schüler in unserem Land haben durch unser System die besten Lebenschancen in Deutschland, sie müssen ihre Chancen nur nutzen.

Ist das jetzt Zynismus oder Unkenntnis?

Nachtrag: Es scheint sich um Zynismus zu handeln, ich hätte vorher recherchieren sollen.

Abschiedsvorlesung von Prof. Schulz von Thun

Über das Wochenende hat es die Twitterwelt von den Dächern gezwitschert: Friedemann Schulz von Thun hat seine Abschiedsvorlesung gehalten. Hier können Sie den Vortrag anschauen. Wir Trainer, Organisationsentwickler, Coaches wünschen Friedemann Schulz von Thun alles Gute. Hoffentlich wird es ein produktiver Unruhestand. Das wäre gut für uns. ;-)

Nichtöffentliche Sitzung über Alkohol- und Aufenthaltsverbote

Mit der Zeit macht es müde, darüber zu schreiben. Mich würde einmal interessieren, ob Ravensburg in der Anzahl der nichtöffentlichen Sitzungen den Rekord hält. Diesmal: Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats zu den Alkohol- und Aufenthaltsverbote. Aus dem Bericht der Schwäbischen Zeitung heute:

Termin dieser Sitzung ist schon heute. Warum das heiß diskutierte Thema zuerst hinter verschlossenen Türen behandelt und erst am 30. November oder 14. Dezember öffentlich in den Gemeinderat kommt, wollte Kraus [der Erste Bürgermeister von Ravensburg] nicht im Detail erläutern. Die nichtöffentliche Vorberatung im Ausschuss, so Kraus, sei der Regelfall.

Da sind wir ja ausnahmsweise einer Meinung. Ich habe auch den Eindruck, dass nichtöffentliche Beratungen in Ravensburg der Regelfall sind. Ein Jammer, denn schon ein Blick ins benachbarte Vorarlberg zeigt, wie Bürgerpartizipation aussehen kann. Allerdings bin ich skeptisch. Ich glaube nicht, das ich so etwas in Oberschwaben noch erleben werde. Schließlich bin ich auch schon 50 Jahre alt.

Nächste Seite »