Morgen lädt unser Heimatblatt zu einem Diskussionsabend mit den Kandidaten zur Bundestagswahl 2009 ins Schloss zu Amtzell. Aus der Ankündigung:
Die Leser haben die Möglichkeit, ihre Fragen an die Kandidaten direkt loszuwerden. Schicken Sie der Redaktion Ihre Frage, wir werden die Politiker damit konfrontieren. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail mit Ihrer Frage und der Angabe, an wen sich diese richtet, an rv@schwaebische-zeitung.de. Wer den Postweg wählen möchte, schreibt an die SZ, Gartenstraße 33, 88212 Ravensburg.
Man soll also die Fragen Tage vorher einreichen, irgendwer von der Schwäbischen Zeitung filtert sie dann und reicht die gefilterten Fragen an die entsprechenden Kandidaten weiter. Wenig Raum für Spontaneität also, nichts wird dem Zufall überlassen, alles unter Kontrolle. Hier wird die Symbiose deutlich, die die klassische Presse und die Politik miteinander eingegangen sind. Presse schützt Politik vor dem unberechenbaren Wahlvolk und sichert sich dafür das Wohlgefallen.
Es könnte auch anders laufen. Gestern habe ich den Medienmittwoch im Internet angesehen. Direktübertragung via Livestream. Dort gab es ein Podium mit einem Moderator, dann das Publikum mit noch einem Moderator, so dass auch direkt Fragen an die Diskutierenden gestellt werden konnten. Und im Hintergrund lief die Twitterwall, auf deren Bemerkungen auch eingegangen wurde. Wann kommt so etwas in Oberschwaben? Ich bin gerade 50 geworden. Ich habe Angst, dass ich das nicht mehr erleben werde oder vorher die Demokratie mangels Interesse geschlossen wird.
BTW: Sie werden nach Hinweisen zu dieser Veranstaltung im Internet lange suchen müssen…