Kritik an leistungsschwachen Mitarbeitern

ist sicher eine der unangenehmsten Aufgaben einer Führungskraft. Dementsprechend viele Vorgesetzte drücken sich auch vor dieser kniffligen Aussprache. Bert Webb von Open Loops hat neun Tipps zu diesem Thema veröffentlicht: Confronting the Poor Performer. Die wichtigste Voraussetzung für ein deratiges Gespräch ist so trivial, dass ich mich gar nicht traue, sie anzusprechen. Ein derartiges Kritikgespräch kann nämlich nur dann funktionieren, wenn man dem Mitarbeiter irgendwann einmal gesagt hat, was man von ihm erwartet. Da sind sie wieder, die Erwartungen. Ob sie daherkommen als Zielvereinbarungen, Zielvorgaben oder wie auch immer, die Meßlatte sollte bekannt, transparent und vor allem für beide Seiten verbindlich sein. Weiss Ihr Mitarbeiter, anhand welcher Kriterien Sie seine Leistung bemessen? Ja? Sind Sie sich da sicher?

BTW: Schüler haben oft das gleiche Problem. Nicht immer gibt ein Lehrer die Kriterien bekannt, die einen guten Schulaufsatz ausmachen. Die Folge: Der Schüler weiss nicht, wie er es machen soll, die Note wird dann logischerweise als willkürlich empfunden. Schule als Vorbereitung auf das Leben? :oops:

Ich oder das Team oder Ich oder Wir?

Es scheint keine Zufälle zu geben. Gestern habe ich die famosen Anti-Team-Thesen von Sprenger kommentiert, Marcel Widmer hat das Thema aufgegriffen und heute kann man bei Scott Berkun einen kompletten Artikel dazu lesen: “Teams and stars“. Es geht in dem Beitrag darum, wie “Stars” im Team arbeiten können. Muss ja kein Gegensatz sein, auch wenn Sprenger das behauptet.

Sprenger spricht: Bemerkungen zu Teams

Jochen Mai hat in seinem Weblog ein paar, wie er meint, “schöne” Thesen von Management-Guru Reinhard Sprenger veröffentlicht. Sie lauten (Kommentare von mir): (mehr…)

Was ist eine Führungspersönlichkeit?

Marcel Widmer schreibt im Jobblog in seinem Beitrag “Führungskompetenz ist Mangelware“:

“Die Auswertung der Interviews hat ergeben, dass Manager in der Regel nicht an fehlendem fachlichen Know-how scheiterten, sondern meist wegen mangelnder sozialer Kompetenz - weil sie keine Führungspersönlichkeiten seien.”

So weit so gut, jetzt müßte man nur noch wissen, was genau eine Führungspersönlichkeit ist. Was sind die Kriterien, die eine Führungspersönlichkeit von einer Nicht-Führungspersönlichkeit unterscheiden? Soziale Kompetenz lesen wir, doch was verbirgt sich hinter diesem Schlagwort? Was ist die Messlatte? Und: Wer legt die Kriterien fest und beurteilt den Erfüllungsgrad? Die Vorgesetzten der Führungskraft oder seine Mitarbeiter oder Alle rundherum wie beim 360°-Feedback? Welchen Einfluss hat die Kultur der Umgebung, hat eine Führungspersönlichkeit bei Militär die gleichen Eigenschaften wie im Pflegedienst? Die Bücher sind Legion, die das Geheimnis “Führungspersönlichkeit” lüften möchten. Die Bandbreite reicht von wissenschaftlichen Grundlagenwerken bis zu Abenteuergeschichten aus dem Management (”Wie Jack Welch und ich den Tiger ritten…”). So richtig weitergeholfen hat uns das bislang alles noch nicht. Vielleicht hilft der pragmatische Ansatz? Vielleicht zu Anfang etwas Klärungshilfe: Was verstehe ich als Führungskraft selbst unter einer “Führungspersönlichkeit”? Was erwarten wir als Unternehmen von unseren Führungskräften? Was erwarten wir als Mitarbeiter von unseren Vorgesetzten, was sie von uns? Wir wissen alle meistens ganz genau, was unsere Führungskräfte nicht sein sollen, was aber sollen sie denn sein? Sagt ihnen das jemand?

Neusprech in der Wirtschaft (10): Entsorgung

Heute morgen erschien in der “Welt” ein Kommentar von Roger Köppel, in dem er die Übernahme des Berliner Verlags durch britische Finanzinvestoren bespricht. Hier soll es gar nicht um den Inhalt gehen, vielmehr um die Sprache. Köppel schreibt:

“Durch Übernahmen werden, im Regelfall, Verkrustungen aufgebrochen und erfolglose Manager entsorgt.”

Manager werden also entsorgt. Nun muss man manche Vertreter dieser Berufsgruppe nicht unbedingt mögen, doch hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Manager Menschen sind. Und erfolglose unter ihnen werden also entsorgt. Unrat, Sondermüll?

Rincones de mi tierra

Winkel meines Landes heißt eine Website, die umfangreich über Mexiko informiert. Mir gefallen vor allem die Videos über die einzelnen Landesteile. Leider kann man noch nicht alle abrufen, aber ich bin gespannt auf Oaxaca und Campeche. Ich könnte schon wieder aufbrechen… ;-)

Wirtschaft und Menschenbild

Bei der Lektüre der Bücher von Gareth Morgan habe ich gelernt, dass wir oft unsere Realitäten nach den Bildern konstruieren, die wir zwischen den Ohren haben. “Bilder der Organisation” heißt bezeichnenderweise sein wohl wichtigstes Buch. Bei der Lektüre des Wirtschaftsteils der Zeitung mag sich so mancher fragen, welches Bild vom Menschen in den Köpfen derer ist, die maßgeblich die Richtung im Business bestimmen. Birgit Oberhofer hat genau das in ihrer Magisterarbeit untersucht: “Wirtschaft und Menschenbild unter heutigen Bedingungen.” Der dritte Abschnitt der Arbeit ist besonders interessant, es geht um die Vorstellungen vom Menschen bei personalverantwortlichen Führungspersonen. Dazu wurden 24 Führungskräfte aus der DV/IT- Branche befragt.

Hier der Link zu “Bilder der Organisation”:
Bilder der Organisation

Persönlichkeitsentwicklung von Führungskräften

heißt die Studie, die 2001 an der Universität Karlsruhe von Franz Maetz und Ruppert Jaeschke durchgeführt wurde. Die beiden haben in 27 Unternehmen untersucht, wie die Persönlichkeit von Führungskräften gefördert wird und welche Methoden dabei verwendet werden. Folgende Instrumente werden näher beleuchtet:

  • Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI)
  • Das Hirn-Dominanz-Instrument (H.D.I.)
  • Der Karriereanker von Schein
  • Das DISG-Persönlichkeits-Profil

Was die einzelnen Persönlichkeitstests unterscheidet, kann man bei Zeit-zu-Leben nachlesen, Informationen zum Karriereanker von Schein gibt es hier.

Brainware gratis

Um auch selbst mal die Übersicht behalten, werde ich die nächsten Tage mal eine Liste von Programm aufstellen, die bei der Denkarbeit helfen sollen. Ich habe mich auf Windows beschränkt, Nutzer anderer Betriebssysteme mögen es mir nachsehen. Die List ist sicherlich lückenhaft, für Ergänzungen bin ich stets dankbar. Fangen wir mit frei erhältlichen Programmen an:

Mind-Mapping:

Concept-Mapping:

Outliner, Zettelkästen:

Von allem etwas:

Fortsetzung folgt.

Offene Fragen zu Social Software

Scott Berkun hat sich einige Vertreter der o. a. Gattung näher angeschaut und stellt bei den “most popular del.icio.us items” fest:

“an interesting kind of bias: the users of this social software reflect the interests of the makers of the social software. I suspect the majority of delicious users, today, have similiar interests to the makers of delicious.”

Zum gleichen Befund kommt Berkun bei der Betrachtung populärer Tags bei del.icio.us. Ich bin gespannt, wie die sechs Fragen beantwortet werden, die Berkun auf Grund seiner Beobachtung gestellt hat.

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