Marines in Unternehmen

Marcel Widmer weist heute auf einen interessanten Artikel eines Uniabsolventen hin: “absolventen-sekten oder: ich bin zu geil für diese welt”.
Nach meinen Beobachtungen wenden insbesondere Unternehmensberatungen die geschilderten Methoden an. Dabei scheint es wichtig, dass zwei Eigenschaften bei den Absolventen zusammenkommen: Fachliche Brillanz und so wenig Lebenserfahrung wie möglich (am besten gar keine). Das ist wichtig, denn diese jungen Leute werden “ins Feld” geschickt um auf höchstem intellektuellem fachlichen Niveau “einen Job zu machen”. Lebenserfahrung stört da nur, sie könnte dazu führen, den Sinn des eigenen Tuns zu hinterfragen. Damit die Antworten darauf den Geschäftsablauf nicht stören, heißt es, die jungen Leute ständig in Atem zu halten und sie immer ein gewisses Maß zu überfordern. Wo habe ich so etwas schon einmal gehört? Grübel, Grübel… Ach ja, ich hörte einmal in einer Rundfunkreportage, wie ein 19-jähriger US-Marine äußerte, er wolle endlich an die Front, um seinem Land zu zeigen, was er alles könne. Ein Vergleich, der hinkt? Vielleicht, aber ein paar Gemeinsamkeiten fallen auf: Elitebewußtsein, ein ausgeklügeltes Hierarchiesystem, Corpsgeist, höchstes fachliches Niveau und das Fehlen jeglicher Lebenserfahrung. Junge Leute lassen sich eben am besten be-nutzen. Da spielt das intellektuelle Niveau keine Rolle. Wenn sie es nicht glauben, fragen Sie meinen Vater.

Wieder da!

Nach vier Workshoptagen im Ruhrgebiet und den entsprechenden Fahrten quer durch die Republik melde ich mich wieder gesund und munter zuhause zurück. :-) Auch GTD hat mir bislang nur ansatzweise geholfen, während solcher Tage mich abends aufzuraffen um ein paar Zeilen in mein Weblog zu hacken. Themen gibt es sicher genug, aber ich bin abends einfach zu müde. Früher aufstehen? Nein, das geht gar nicht. Wenn Sie wüßten, was ich für ein Morgenmuffel bin, dann würden Sie diesen Wahnsinns-Vorschlag gar nicht erst in Betracht ziehen. Also wird es weiter ab und zu solche Schreibpausen geben, für die ich in aller Form um Verständnis bitte.

MindMapper 3.5 als Beigabe

Jetzt aber los! Kommenden Montag erscheint die nächste Ausgabe des Computermagazins c’t. Wer sich beeilt, bekommt vielleicht heute oder morgen noch das gerade aktuelle Heft. Auf der beigelegten CD-ROM befindet sich eine Vollversion des Mind-Mapping-Programms MindMapper in der Version 3.5. Nicht die neueste Version, zum Ausprobieren reicht es aber allemal.

Service in Deutschland

Vor etwa 15 Jahren begann ich mein zweites Leben als Trainer und Organisationsberater. Zu dieser Zeit war Total Quality Management (TQM) in aller Munde. Insbesondere Kundenzufriedenheit oder Kundenorientierung hatten sich die Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. In der Zwischenzeit ist es um TQM etwas still geworden und auch die Kundenorientierung schien nicht mehr ganz so im Vordergrund zu stehen. Vielleicht ändert sich das wieder, denn die Kunden in unserem Lande sind konsummüde und wenn man das Beste des Kunden will, nämlich sein Geld, dann muss man ihn schon ein bisschen umsorgen. So ist es auch kein Wunder, dass gerade jetzt in einem Artikel der BusinessWorld das Hohelied der Kundennähe gesungen wird. “Service und Kundennähe sind in Deutschland ausbaufähig”, heißt es da. Sicher, das kommt uns bekannt vor, vielleicht reist ja wieder demnächst ein japanischer Wanderprediger durch die Lande und liest uns die Serviceleviten. Ob es hilft?

Stiftung Professorentest

Spiegel online berichtet heute über eine Website, auf der Studenten ihre Professoren beurteilen können. “MeinProf.de” Die Kommentare der Professoren darauf sind natürlich äußerst durchwachsen. Das ist kein Wunder, denn bisher waren sie es, die die Leistungen anderer bewertet haben. Wenn ich auf meine eigene Studienzeit zurückblicke, dann fällt mein Urteil über die pädagogischen Fähigkeiten der Hochschullehrer eher kritisch aus. Da gab es z. B. Vorlesungen, die wären besser rezeptpflichtig gewesen als starkes Schlafmittel. Ob sich an den Mängeln in der Lehre etwas ändern wird, ist fraglich, denn auch die Eliteförderung zielt eher in Richtung Forschung als in Richtung Lehre. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass unser Führungsnachwuchs an den Hochschulen ausgebildet wird. Vielleicht ist die o. a. Website ein wertvoller Beitrag dazu, dem offiziellen Elitebegriff von oben einen informellen von unten entgegen zu setzen. Die Studenten sind nicht die einzigen Kunden der Professoren, aber sicherlich mit die wichtigsten, da macht es nichts, wenn sie ihre Macht auf dem Markt zum Ausdruck bringen.

Mach mal Pause

Alexandra Graßler stellt heute ein kleines Programm vor, das dem Tennisellenbogen, pardon soll heißen dem Computermausellenbogen entgegenwirken soll. Das Programm heißt Workrave und zeigt an, wann eine Mikro- oder Makropause angesagt ist. Na ja, ich bin offensichtlich schon workaholic, denn die Aufforderung zu den Mikropausen habe ich schon entnervt abgestellt. ;-)

Kopf oder Bauch

Man sieht es bei mir sofort, der Bauch ist ein wichtiges Sinnesorgan, deshalb nimmt er auch etwas mehr Platz ein, als er auf Grund ästhetischer Gesichtspunkte vielleicht sollte. Wie auch immer: Entscheidungen, die ich “mit dem Bauch” oder “aus dem Bauch heraus” getroffen habe, stellten sich im nachhinein in der Regel als richtig heraus, was ich von “Kopf-Entscheidungen” nicht immer behaupten kann. Die Verbindung von beidem macht es wahrscheinlich. Oder wie einer meiner Kollegen einmal sagte: “Die Entscheidung mit dem Kopf vorbereiten und mit dem Bauch treffen.” Mehr zu dem Thema in einem Artikel der “Zeit“: “Ich fühle, also bin ich.

Briefe ohne Umschlag

Vor geraumer Zeit hatte ich in meinem Bastelshop schon versucht, den geneigten Leser zum Selbermachen von Lesezeichen anzuregen. Heute gibt es einen Tipp, wie man Briefe schreibt, ohne dafür Umschläge zu benötigen. Dazu geht man auf die Website von Letterfu, wählt sich sein Lieblingsdesign aus, lädt es herunter und druckt die Vorlage aus. Danach das schreiben, was einem auf dem Herzen liegt, falten, Briefmarke drauf und ab geht die Post!

[via Bryan Villarin]

Mitarbeiterbefragung

Gestern und vorgestern durfte einen Erfa-Workshop zum Thema Betriebsklimaanalyse begleiten. Anwesend waren ca. 30 Personalentwickler und -fachleute aus unterschiedlichen Werken eines großen Unternehmens. In dem Workshop wurden offene Fragen aus allen Themenbereichen einer Mitarbeiterbefragung diskutiert: Theoretischer Hintergrund, Nutzen für die Beteilgten, Fragebogendesign, Ablauf einer Befragung und vieles mehr. Eine Veranstaltung, in der ich auch als Moderator viel gelernt habe.
Nun führe ich in meiner Arbeit des öfteren Erhebungen durch, sei es als 360°-Feedback oder als unternehmesweite Befragung beispielsweise zur Umsetzung von Führungsleitlinien. Und immer wieder werde ich mit der Nase auf den Umstand gestoßen, dass mit dem Ende einer Befragung die Arbeit nicht getan ist, sondern vielmehr der Prozess erst beginnt. Zum einen ist die Befragung selbst eine Intervention, weil sie mit bestimmten Erwartungen verknüpft ist, zum anderen, weil bei der Interpretation der Ergebnisse die Beteiligten klären müssen, was mit den Fragen überhaupt gemeint war. Klingt seltsam, ist es aber nicht.
Betrachten wir einmal eine typische Frage aus einer Befragung zur Führungskultur, wie: “Mein Vorgesetzter spricht mir Anerkennung bei guten Leistungen aus.” Der Befragte kann nun auf einer Skala von “sehr unzufrieden” bis “sehr zufrieden” sein Kreuzchen machen. Nehmen wir einmal an, die Mitarbeiter der zu beurteilenden Führungskraft sind hier im Durchschnitt “eher unzufrieden”, wie es auf der Skala heißt. Aha, sagen wir, so ist das also, da hat aber einer Nachholbedarf. Nur, worin? Hinterfragen wir das o. a. Statement. Was heißt “Anerkennung” und wie äußert sie sich? Was sind “gute” Leistungen. Auf was bezieht sich der Ausdruck “Leistung”? Und nicht zuletzt, was bedeutet “eher unzufrieden”? Vier kniffelige Frage für so einen kurzen Satz. Man meine nicht, nur weil wir die gleichen Wörter hören, verstünden wir alle das gleiche unter den Begriffen. Fazit: Das Ergebnis einer Befragung wirft in der Regel mehr Fragen auf als es beantwortet. Und das ist gut so, wenn sich die Beteiligten nach der Befragung zusammensetzen, eine Klärung herbeiführen und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbeziehung vereinbaren. Fehlt diese Nachbereitung, ist der Nutzen der Befragung ziemlich Banane um es flapsig auszudrücken.
Und noch ein Zahn muss gezogen werden: Es ist illusorisch zu glauben, man könne einen Fragebogen mit unmissverständlichen Formulierungen entwerfen, wasserdicht sozusagen. Sprache funktioniert so nicht, Sprache beinhaltet immer Unschärfe. Juristen und Normenmenschen versuchen zwar, eindeutig zu formulieren, aber wie das endet, wissen wir ja: Ein Normalbürger versteht gar nichts mehr und der Interpretationsbedarf nimmt trotzdem nicht ab.
Aus diesem Grund gehört die Mitarbeiterbefragung für mich zu den analogen Verfahren, denn jede Frage besteht aus Metaphern. Genau das macht sie so wertvoll.
Hier noch ein Tipp, wenn Sie sich weiter einlesen wollen:

Geschäftsberichte von unten. Konzepte für Mitarbeiterbefragungen.

Wer organisiert sich wie: Eine Zusammenfassung

Wie versprochen, hier ein Zwischenstand der gesammelten Organisationsmethoden im Sinne von GTD.
Tipps und Tricks von:

Ich habe eine Menge gelernt, insbesondere der Hinweis von Alexandra Graßler auf das Notebook Wiki war für mich sehr wertvoll. Die Beschreibung meines eigenen Organisationsstils war vielleicht etwas IT-lastig, ich muss das noch einmal überarbeiten. Ich habe beispielsweise nicht erwähnt, für welch unterschiedlichste Aufgaben sich post-it-Notes verwenden lassen. Na ja, kann ich ja immer noch mal machen.

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