25.2.2006
Marines in Unternehmen
Marcel Widmer weist heute auf einen interessanten Artikel eines Uniabsolventen hin: “absolventen-sekten oder: ich bin zu geil für diese welt”.
Nach meinen Beobachtungen wenden insbesondere Unternehmensberatungen die geschilderten Methoden an. Dabei scheint es wichtig, dass zwei Eigenschaften bei den Absolventen zusammenkommen: Fachliche Brillanz und so wenig Lebenserfahrung wie möglich (am besten gar keine). Das ist wichtig, denn diese jungen Leute werden “ins Feld” geschickt um auf höchstem intellektuellem fachlichen Niveau “einen Job zu machen”. Lebenserfahrung stört da nur, sie könnte dazu führen, den Sinn des eigenen Tuns zu hinterfragen. Damit die Antworten darauf den Geschäftsablauf nicht stören, heißt es, die jungen Leute ständig in Atem zu halten und sie immer ein gewisses Maß zu überfordern. Wo habe ich so etwas schon einmal gehört? Grübel, Grübel… Ach ja, ich hörte einmal in einer Rundfunkreportage, wie ein 19-jähriger US-Marine äußerte, er wolle endlich an die Front, um seinem Land zu zeigen, was er alles könne. Ein Vergleich, der hinkt? Vielleicht, aber ein paar Gemeinsamkeiten fallen auf: Elitebewußtsein, ein ausgeklügeltes Hierarchiesystem, Corpsgeist, höchstes fachliches Niveau und das Fehlen jeglicher Lebenserfahrung. Junge Leute lassen sich eben am besten be-nutzen. Da spielt das intellektuelle Niveau keine Rolle. Wenn sie es nicht glauben, fragen Sie meinen Vater.
Geschrieben von Stephan um 11:58 unter Management und Führung
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