Farbenspiele im Rentenzeitalter

Heute war ich fleissig und habe drei Workshops besucht:

  1. Dieuweke Begemann informierte das Auditorium ueber das Spiral Dynamics Modell. Dieses beschreibt die Entwicklung gesellschaftlicher Systeme (und belegt sie mit Farben von braun bis tuerkis). Frau Begemann lieferte anschauliche Beispiele dafuer, wie dieses Modell zur Analyse und zur Auswahl geeigneter Interventionen genutzt werden kann.
  2. Leopold Stiegers Workshop hatte den Titel: “People before and after retirement - unknown and misunderstood by companies.” Es gibt vielerlei Gruende, sich mit diesem Thema zu beschaeftigen. Viele Firmen sind sich gar nicht des “Brain drains” bewusst, dem sie sich durch den Ruhestand der Mitarbeiter aussetzen. Es gibt viele Moeglichkeiten, die Erfahrungen von Mitarbeitern zu nutzen, die ausgeschieden sind. Man muss sich nur vorher gemeinsam mit dem angehenden Pensionaer kreativ damit auseinandersetzen. Naehere Informationen zu diesem Thema finden Sie bei Seniors4Success
  3. Avi Altman hielt seinen Workshop ueber “Complexity theory and the OD praxis” und machte ueberzeugend klar, dass die Systemtheorie durchaus Bestandteil und nicht Gegensatz zur Organisationsentwicklung sein kann, wie besonders in Deuschland vielerorts angenommen wird.

Eine Erfahrung, die sich (fuer mich) wieder einmal bestaetigt hat: Besuche die Workshops, wenn Du etwas lernen willst. Waehrend der “Keynote Speech” kannst Du dann getrost Deine Blogbeitraege in den Rechner hacken. 

Eroeffnungsabend

Heute Abend ging es los: “Vive la difference” lautet die Ueberschrift der diesjaehrigen IODA-Konferenz im niederlaendischen Zeist. Gerade haben sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen Geschichten ueber Unterschiede und die damit verbundenen Moeglichkeiten erzaehlt. Storytelling nennt man das. Ein gelungener Auftakt!

Wer in meinen Beitraegen die naechsten Tage die Umlaute vermisst, dem geht es wie mir. Ichvermisse sie auch - auf der Tastatur. :-)

Auf in die Niederlande

In den letzten Tagen haben wir unseren amerikanischen Freunden und Kollegen Lynne Yeannakis und Bill Kraus ausgiebig den Bodensee gezeigt. Heute breche ich mit Ihnen in die NIederlande auf, wo wir die diesjährige internationale IODA-Konferenz besuchen. Es wird eine zweitägige Reise längs durch Deutschland u. a. am Rhein entlang. Ich freue mich sehr darauf, denn ich kenne das mittlere Rheintal bisher nur vom Zug aus.

Ich bin gespannt, was ich auf der Konferenz erleben werde und wenn irgend möglich, werde ich an dieser Stelle darüber berichten. Auf den anderen Konferenzen hat das mit dem Internetanschluss immer sehr gut geklappt. Ich denke, das wird auch in Zeist so sein. Bis dann…

Bürgerschreck!

Auch Ravensburg hat ein sogenanntes Wohnzimmer, den Marienplatz. Dort halten sich neben vielen anderen Bürgern auch eine Schar Punks auf, die es sich vor dem Waaghaus gemütlich gemacht haben. Sowohl in Kleidung als auch Haarschmuck unterscheiden sich erheblich von den gewöhnlichen Oberschwaben, eines haben beide gemeinsam: Sie trinken gerne Bier, die einen aus der Sixpackflasche auf der Parkbank, die anderen aus dem Halbekrug in der Straßenwirtschaft.
Einem Stadtrat sind die Punks schon immer ein Dorn im Auge, “Punker sollen einem Obststand weichen”, titelt unser Heimatblatt. Haben Sie in ihrer Heimatstadt Ähnliches auch schon einmal erlebt und wenn ja, wie ist das ausgegangen? Wie soll man das einordnen, ist das lediglich Provinzposse oder sitzt das tiefer? Ist das pure Angst vor dem Anderssein?

Elektropost 05/06

Gerade habe ich sie in den Briefkasten gesteckt: Die Ausgabe der 05/06 der “Elektropost. Die Themen sind eine Zusammenstellung von Beiträgen aus Interessante Zeiten und dem ToolBlog der letzten zwei Monate.

Die Themen:

  1. Was mich gerade umtreibt
  2. Der Palast der Projekte
  3. Jobs and Employers we Love and Hate
  4. Systemisches Denken: Die Archetypen
  5. Tipps zum Gespräch: Stellen Sie sich einmal vor!
  6. Selbstmanagement mit “Easy To-Do”
  7. Video von David Allen
  8. 55 mal Spaß mit google

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Festival Einhalden

Gestern Abend war ich auf dem Bauernhof. Genauer gesagt auf dem Bauernhof Einhalden in Oberschwaben unweit von Ravensburg. Dort findet nunmehr zum dritten Mal das Tango Five Einhalden Festival statt.
Gestern spielten bei wechselhaftem Wetter das Tales in Tones Trio zusammen mit Joo Kraus. Altbekannte Hits von Sade, 10CC, Toto und anderer Popgrößen waren in neuem Jazzgewand zu hören und teilweise kaum wieder zu erkennen. Wunderschöne Jazzmusik! Danach gab es eine After Show Party mit Pete Schmid, Tango Five und anderen Musikerfreunden.
Das Einhalden Sommer Festival geht noch bis zum Sonntag, hoffentlich macht das Wetter mit. Den Veranstaltern wäre es zu gönnen.

Kommunikation im Unternehmen: Besprechungen

Die letzten Tage war ich unterwegs, um in einem Unternehmen Mitarbeiter im Abhalten von Routinebesprechungen zu beraten und zu unterweisen. Der Casus knacksus bei der Sache: Bei den Teilnehmern handelte es sich um Shopfloor- oder Blue-Collar-Worker oder andersherum um Menschen, die dafür sorgen, dass der Laden rund um die Uhr in Schwung bleibt. Dieses Unternehmen macht Ernst mit dem vielgehörten Slogan, dass Probleme da gelöst werden müssen, wo sie entstehen und zwar von denjenigen, die tagtäglich damit umgehen. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, die Potenziale unserer Mitarbeiter brach liegen zu lassen und akzeptieren, dass sich die Manager mit Themen beschäftigen, von denen sie zu weit entfernt sind.

Der Haken dabei ist, dass nach rund hundert Jahren Taylorismus entsprechende Werkzeuge nahezu unbekannt oder nicht eingesetzt werden, denn bislang lautete das Motto doch: “Oben wir gedacht, unten wird gearbeitet.” Wenn Sie glauben, das träfe heute nicht mehr zu, dann lesen Sie einen Beitrag in BusinessWorld über eine Studie der Proudfoot Consulting. Ich zitiere:

Die Manager haben zu wenig Zeit, sich um die eigentlichen Führungsaufgaben zu kümmern. Sie erledigen zu viele Arbeiten selbst, anstatt sie zu delegieren.” Außerdem gingen sie zu selten in den Betrieb, um mit ihren Mitarbeitern zu sprechen.

Und weiter…

Danach werden weltweit 30 Prozent der geleisteten Arbeitzeit unproduktiv verwendet, in deutschen Betrieben verplempert jeder Mitarbeiter im Schnitt 32,5 Tage pro Jahr mit Tätigkeiten, die der Firma absolut nichts bringen.

Zusammenarbeit und Führung in Unternehmen findet durch Kommunikation statt. Eine der Kommunikationsmittel im Betrieb ist die Besprechung. Was wird von wem auf welcher Ebene wie besprochen? Eine Frage, deren Beantwortung viel über die Führungskultur einer Organisation aussagt. Und ein Indiz, das klar aufzeigt, wie bleiern uns der Taylorismus nach wie vor in den Knochen steckt.

Journalisten diskutieren das Thema “Weblog”

Heute diskutierten in der Reihe SWR2-Forum die Journalisten Christoph Schultheis (BildBlog), Peter Schink (Welt online) und Thomas Leif (SWR Fernsehen) unter Moderation von Burkhard Müller-Ullrich über Weblogs. Zwei Bemerkungen aus der Diskussion sind bei mir hängengeblieben:

  1. Manche Zeitungen gehen dazu über, Leser über eine Art Bloggen als Ersatz für Lokalredakteure zu “mißbrauchen”, um so Kosten für die Lokalredaktion zu sparen.
  2. Blogs werden noch zu wenig genutzt um zum Lokal teil der Zeitung eine gewisse Gegenöffentlichkeit herzustellen.

Letzteres spricht mir aus der Seele. Ich denke, die Lokalereignissse sind viel zu wichtig als dass wir sie dem Monopol der Lokaredaktionen der Regionalzeitungen (in meinem Fall der “Schwäbischen“) überlassen dürfen. Allerdings glaube ich nicht, dass so etwas funktioniert, wenn jeder aufgerufen ist, sich als Mitblogger zu betätigen. Wenn jeder schreibt, schreibt am Ende keiner mehr. Ich fürchte, das Blog Ravensburg merkt das gerade. Die Idee des Lokalblog als Gegenöffentlichkeit gefällt mir dennoch …grübel…nachdenk.

Sie können die Diskussion als Podcast nachhören.

Buchbinder Wanninger

Ich hatte vor ein paar Monaten das zweifelhafte Vergnügen, bei der Hotline einer bekannten deutschen Telefongesellschaft um Hilfe bitten zu müssen. Ich denke, ich brauche nichts weiter zu erzählen, jeder hat schon so seine Erfahrungen mit den sogenannten Hotlines gemacht. Offensichtlich gab es derartiges schon in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, wir erinnern uns an den berühmten Sketch von Karl Valentin, in dem er als Buchbinder Wanninger am Telefon von Pontius zu Pilatus geschickt wird.
In den USA üben sich derweil die Kunden in Selbsthilfe. Dort gibt es eine Website mit dem bezeichnenden Namen “gethuman“, wo interessierte Menschen in einer Datenbank Hinweise dazu finden, wie man am schnellsten menschliche Ansprechpartner an die Strippe bekommt. Leider habe ich nur die USA-Variante gefunden, vielleicht weiß ja jemand, ob es so etwas für Deutschland auch gibt. Außerdem würde mich interessieren, warum die einschlägige Telefonleitung eigentlich “Hotline” heißt. Weil sie heißläuft oder weil der Kunde (manchmal auch der Operator) vor lauter Ärger einen heißen Kopf bekommt?

Zeitgeist Leadership

Harvard Business Review hat eine pdf-Datei veröffentlicht, auf der in einer Zeitreihe die wichtigsten Strömungen im Management im jeweiligen gesellschaftlichen, technischen, politischen usw. Kontext dargestellt werden. Die Timeline ist in Dekaden eingeteilt und reicht von den 1900er bis zu den 1990er Jahren. Eine interessante Zusammenstellung!
Ich schätze diese Timelines sehr und verwende sie auch gern in Workshops, da sie eine Gesamtschau und damit einen tieferen Einblick in die Vernetzung der verschiedenen Kontexte ermöglichen.
Sie können solche Timelines auch selbst erstellen, web2.0-Software hilft Ihnen dabei. Eine heißt originellerweise ebenfalls “Timeline” (wer hätte das gedacht). Allerdings ist die Bedienung des Programms ziemlich kompliziert. Etwas einfacher macht es Ihnen da der Timeline Builder:

Timeline Builder allows you to easily create and manage online timelines. You do not need to know how to build a Web page, set up a database to store entries, or do any of the other technical tasks that are normally required to produce interactivity on the Internet. Timeline Builder will take care of all of these elements for you.

Na dann…

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