Ich kann mich noch gut an die Klassensprecherwahlen in der Schule erinnern. Da ließen sich zwei oder drei Klassenkameraden aufstellen, über die dann abgestimmt wurde. In der Regel schrieb man dazu den Namen des gewünschten Kandidaten auf ein kleines Zettelchen. Danach ging einer mit dem Hut herum und sammelte die Zettel ein. Danach wurden die Stimmen ausgezählt, meistens mittels einer Strichliste an der Tafel. Der Gewählte wurde dann gefragt, ob er die Wahl annähme, die Verlierer gratulierten artig und wurden von Lehrern, Sieger und Mitschülern bei Bedarf etwas getröstet. Das war es dann.
So oder ähnlich werden die Meisten von uns Demokratie gelernt haben. Die Mitglieder der Führungsspitze der CSU offensichtlich nicht. Hier wird ein völlig normaler demokratischer Vorgang, nämlich die Wahl eines Vorsitzenden auf einem Parteitag, als größter anzunehmender Unfall betrachtet. Wahl heißt immer auch Auswahl, liebe CSU-Spitze. So eine Auswahl ist ein Vorgang, der in Deutschland jeden Tag viele hundert Male in unseren Vereinen stattfindet. Was eine Wahl hingegen mit mangelnder “Geschlossenheit” zu tun haben soll, will sich mir einfach nicht erschließen. Aber ich habe Demokratie ja auch nur in der Schule und nicht in einer Partei gelernt.