Vor einiger Zeit schaffte es ein Buch mit dem bemerkenswerten Titel Der Arschloch-Faktor in die Bestsellerlisten. Der Autor Robert I. Sutton wollte darin den Nachweis erbringen, dass rüpelhafte Chefs und Kollegen nicht nur nachhaltig das Klima stören, sondern dem Unternehmen sogar wirtschaftlich schaden. Offensichtlich haben die entscheidenden Leute das Buch nicht gelesen, denn heute vermeldet Spiegel-online: Büro-Tyrannen machen besonders schnell Karriere. Im Artikel heißt es:
Die drei Autoren [der zugrundeliegenden Studie] fordern, dass höhere Vorgesetzte sofort eingreifen und den Aufstieg von Chefs bremsen müssten, die autoritäre Verhaltensweisen zeigen. Wie bei einem Krebsgeschwür gehe es dabei um Früherkennung.
Klar, auf dem Weg an die Unternehmensspitze wird man vom Saulus zum Paulus und hat nach erfolgreicher innerer Umkehr nichts anderes zu tun, als untergebene Nachzügler in den Handlungen einzubremsen, mit denen man selbst erfolgreich war. Über eine derartige Realitätsferne kann ich nur den Kopf schütteln.
