Die Vier-Zimmer-Wohnung der Veränderung

Mein Kollege Eyal Sassoon hat mir kürzlich per e-Mail auf ein interessante Modell zur Veränderung hingewiesen: The 4 room apartment of change. Die vier Zimmer in der Wohnung sind Zufriedenheit (contentment), Ableugnen (denial), Konfusion (confusion), Erneuerung (renewal), die alle nacheinander in einem Veränderungsprozess durchschritten werden. Urheber des Modells ist Claes J. Janssen, auf dessen Website Sie sich eingehender mit dem Thema beschäftigen können. Einen kurzen Überblick verschafft Ihnen ein Beitrag von Jim Dezieck. Alles in allem eine interessante Metafer für Veränderungen in Organisationen.

Vorlesung in Hamburg

Über das Wochenende waren meine Frau und ich in Hamburg um meiner Tochter bei der Einrichtung ihrer Studentenbude oder politisch korrekt Studierendenbude zu helfen. Sie studiert an der dortigen Universität Psychologie und hört derzeit den Großmeister der Kommunikation, Friedemann Schulz von Thun. Klar, dass ich die Gelegenheit genutzt habe und mich mit in die Vorlesung geschmuggelt habe. Es hat sich gelohnt, die Veranstaltungwar interessant und kurzweilig. Es ging übrigens um den Teufelskreislauf, eines seiner bekannten Kommunikationsmodelle.

Gemeinsam Sprachen lernen

Seit Jahren lerne ich mehr oder weniger fleißig Spanisch mittels CD-ROM und Rechenknecht. Ich bin eigentlich auch ganz zufrieden damit. Vor allem gefällt mir, dass ich das Lerntempo selbst bestimmen kann. Andererseits hat das Allein-vor-sich-Hinlernen auch einige Nachteile. Am meisten fehlt mir der Austausch mit anderen menschlichen Wesen. Vielleicht schafft da das web2.0- Angebot Palabea Abhilfe:

As an international community, palabea connects people around the world who share the same interest in learning languages and discovering different cultures.

Da werde ich mich doch mal bei Gelegenheit registrieren. Mal sehen, wen ich da so treffe. ¡Vamos!

[via web2null]

John Scofield in Friedrichshafen

Gestern war für mich der Höhepunkt im Musikjahr 2007. John Scofield gab ein Konzert im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Zuletzt hatte ich Scofield Anfang der 1980er während meiner Studienzeit in Darmstadt im halbNeun-Theater gesehen. Ebenso den Bassisten des Abends Steve Swallow. Optisch ist bei uns Dreien der Zahn der Zeit durchaus zu erkennen ;-), musikalisch ist bei den Beiden nicht zu spüren, dass irgendwas in die Jahre gekommen wäre. Kurz und gut: Mehr geht nicht, es war einmalig. Ich weiß schon, warum ich seit mehr als 25 Jahren Fan von John Scofield bin.

BTW: At first I was a lilttle bit shocked, because I thought I caught my Canadian colleague Harold Jarche doing moonlighting as musician under a false name. I was relieved when I saw I was wrong. :-D

       

Oxymora

Mein amerikanischer Freund und Kollege Bill Kraus hat eine Sammelleidenschaft ganz besonderer Art. Er sammelt Oxymora. Ein Oxymoron ist bekanntlich (ok, nicht bekanntlich) "eine rhetorische Figur, bei der eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander (scheinbar) widersprechenden oder gegenseitig ausschließenden Begriffen gebildet wird", so die Wikipedia. Weird Facts widmet eine ganze Website dem Oxymoron, leider nur in englischer Sprache. Klar, dass ich den Link gleich Bill geschickt habe.

[via Presurfer]

Kinder als Computer-Designer

Scott Berkun weist heute auf eine ganz besondere Bildergallerie hin: The Laptop Club. Hier zeigen Kinder mit Papier und Bleistift, wie ihr optimales Laptopdesign aussieht. Da sind faszinierende Dinge dabei.

Neue e-Learning Plattform

Lars Satow ist gerade dabei, ein nicht-kommerzielles Portal aufzubauen, das helfen soll, gutes kostenloses und frei zugängliches E-Learning zu fördern und zu verbreiten. Es heißt Training-By-Design. Dort sollen frei zugängliche Kurse gesammelt und bewertet werden. Es könnte sich lohnen, dort ab und zu einmal vorbei zu schauen. Hoffentlich wird noch etwas am Design geschraubt (nichts für ungut!).

Stufen der Veränderung

Jochen Bauer beschreibt in seinem Blog fitfuttern (Namen gibts :-)) die sechs Stufen der Veränderung:

  1. Absichtslosigkeit - keine Lust sich zu ändern
  2. Absichtsbildung - vielleicht mal im kommenden Monat ändern
  3. Vorbereitung - Änderung wird vorbereitet und schon probiert
  4. Handlung - Zielverhalten seit mindestens einem Tag stabil
  5. Aufrechterhaltung - Zielverhalten seit mehr als sechs Monaten stabil
  6. Stabilisierung - keine Versuchung mehr ins alte Verhalten abzurutschen

Der Artikel ist sehr ausführlich und deshalb lesenswert, weil er aufzeigt, wie wir in den einzelnen Abschnitten funktionieren und warum das so ist. Außerdem gibt Jochen Tipps, wie man bei Veränderungen erfolgreich über die Runden kommt. Mal sehen, vielleicht komme ich meinem Bauch-weg-Ziel so ein bisschen näher. ;-)

Der neue Luxus

Gestern Abend habe ich in hr2 "Der Tag" einen Podcast (mp3) über den Rücktritt von Franz Müntefering gehört. Das eigentlich Interessante an dieser Sendung war für mich ein Essay von Hans Magnus Enzensberger, der zwischen den einzelnen Beiträgen zitiert wurde. Tite: Der neue Luxus". Wie so oft eröffnet Enzensberger neue Sichtweisen:

Alles in allem laufen diese Mutmaßungen [über den Luxus] auf eine Kehrtwendung hinaus, die reich an Ironien ist. Wenn sie etwas für sich haben, dann liegt die Zukunft des Luxus nicht wie bisher in der Vermehrung, sondern in der Verminderung, nicht in der Anhäufung, sondern in der Vermeidung. Der Überfluß tritt in ein neues Stadium ein, indem er sich negiert. DieAntwort auf das Paradox wäre dann ein weiteres Paradox: Minimalismus und Verzicht könnten sich als ebenso selten, aufwendig und begehrt erweisen wie einst die ostentative Verschwendung.

Warum das so ist, können Sie hier nachlesen (pdf-Datei).

Reformstau

An den weiterführende Ravensburger Schulen wurde die letzten Wochen und Monate darüber diskutiert, ob man die Unterrichtseinheiten von 45 auf 90 Minuten verdoppeln solle. Jeder wurde gehört, sogar eine Lehrerkollegin aus einer Schule, die dieses System bereits eingeführt hatte, wurde eingeladen, um über die Erfahrungen zu berichten. Ein Riesengedöns halt, wie im Öffentlichen Dienst so üblich. Das Ergebnis: Als einzige Schule wird dieses Reförmchen von der örtlichen Realschule umgesetzt, die Gymnasien ziehen nicht mit. Vor allem die Elternschaft des Spohn-Gymnasiums sprach sich gegen das Modell aus. Es ist zum Mäusemelken. Wir sind absolut reformunfähig, selbst bei solchen Kleinigkeiten. Und die Gymnasien werden wieder einmal ihrem Ruf gerecht, wie ein Fels in der Brandung allen auch noch so winzigen Veränderungen zu trotzen.

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