Guten Rutsch!

Herzlichen Dank allen, die den "Interessanten Zeiten" auch in diesem Jahr treu geblieben sind.

Ihnen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. :-D

Ihr Stephan List

 

Der Jahresrückblick von Urban Priol

Gestern und vorgestern Abend konnte man im Bayerischen Fernsehen den Jahresrückblick von Urban Priol anschauen. Falls Sie es nicht gesehen haben, dann haben Sie etwa verpasst. Das meiste von dem, über das er herzieht, ist leider wahr und mitnichten überzeichnet. Wie war das nochmal? Genau, "Humor ist, wenn man trotzdem lacht". Und in diesem Sinn müssen wir Bürger momentan viel Humor beweisen. Priol hilft uns auf bewährte Art dabei. Ab Januar ist die Jahresrückschau auch auf DVD erhältlich.

Diskussionskultur (2)

Der Gewinner der Architektenwettbewerbs zum Umbau des Ravensburger Veitsburgareals, Achim Kosch,  zu der angekündigten Bürgerbeteiligung:

Natürlich hören wir uns sehr genau an, was die Ravensburger Bevölkerung auf dem Herzen hat. Schön sind solche Verfahren immer dann, wenn die Bevölkerung bei den Antworten auch zuhört und man nicht nur angeschrien wird.

Na da wird er sich sich noch wundern, der Herr Architekt. Da kennt er "den Ravensburger" noch nicht. Jetzt schon herzlichen Glückwunsch und viel Spaß!

[Quelle: Schwäbische Zeitung]

Zitat der Woche

Es gibt manchmal Aussprüche von Mitgliedern unserer politischen Elite, bei denen ich wirklich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll. Heute hat wieder einmal unser Wirtschaftsmininster ordentlich hingelangt:

Den Wirtschaftsaufschwung und seine Wirkung auf den Arbeitsmarkt und die soziale Sicherheit nehmen viele als selbstverständlich hin. Es gibt keine Dankbarkeit für die erreichten Erfolge.

Wir Bürger sind also den Politikern nicht dankbar (!). Wir wäre es mit etwas mehr Dankbarkeit von Ihrer Seite, Herr Glos? Schließlich sind es wir, das Volk, die Sie und Ihresgleichen ohne großes Murren und ohne besondere Mitsprachemöglichkeit an die Fleischtöpfe der uneingeschränkten Selbstversorgung lassen. Dafür nehmen wir sogar in Kauf, dass die öffentliche Hand als Inflationstreiber Nummer 1 auftritt. Dafür Dankbarkeit einzufordern, ist entweder dumm oder zynisch. Passt aber derzeit zu unserer politischen Klasse, zugegeben.

[via Netzeitung]

Moderne Medien

Heute bei knowHR:

Queen Elizabeth Will Deliver Her Christmas Message on YouTube. And Your Managers are Still Having Their Emails Printed?

Frohes Fest! :grin:

Der Geschäftsklimaindex ist gefallen!!!

Und zwar von 104.2 aif 103,0. Das entspricht einem wahnwitzigen Rückgang von 1,2%. Ist es der Mediengei.heitverliebtheit von Hans-Werner Sinn zu verdanken, dass uns dieses statistische Rauschen als Eintrübung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft verkauft wird? Vielmehr sagt die Zahl aus, dass sich stimmungstechnisch wohl überhaupt nichts geändert hat. Das bringt Herrn Sinn aber nicht in seine geliebte Zeitung. Das Balkendiagramm zeigt das Ausmaß des "Desasters".

HipHop im Alter

Vielleicht ein Vorbild für die überalterte Gesellschaft?

[via Presurfer]

Musikalischer Fremdsprachenunterricht

Nochmal Ravensburg. Letzten Sonntag wurde in der evangelischen Stadtkirche ein "POP- Oratorium" aufgeführt: "The Miracle of Bethlehem". Komponiert wurde es von Michael Benedict Bender, der Text stammte von Markus Gustav Berger. Alle Beteiligten waren mit großem Engagement bei der Sache, sie wurden vom Publikum dafür auch mit Begeisterung und stehenden Ovationen belohnt. Mir ging etwas anderes im Kopf herum. Ich finde es etwas bizarr, dass zwei Deutsche ein Oratorium für ein deutsches Publikum in Englisch schreiben und aufführen. Damit das deutsche Publikum den englischen Inhalt verstehen kann, werden dann Texthefte mit deutschen Erläuterungen ausgeteilt. Eine Rückübersetzung also. Und was ich besonders bizarr finde: Dass genau das keiner außer mir bizarr zu finden scheint. :evil:

Diskussionskultur

In Ravensburg gibt es eine Burg, die Veitsburg. Sie liegt auf dem sog. Burgberg und hat, wie soll es anders sein, eine lange bewegte Geschichte. Irgendwann wurde die Burg einmal zerstört. In ihren Resten befindet sich heute eine Jugendherberge. Daneben wurde Anno Dunnemals ein Rokokoschlößchen errichtet, in dem heute ein "Höhenrestaurant" betrieben wird. So weit, so gut. Momentan plant die Stadt, das Veitsburgareal umzubauen. Unser Heimatblatt, die Schwäbische Zeitung, liess es sich nicht nehmen, ein Foto des Gewinners der entsprechende Architektenwettbewerbes zu veröffentlichen und das Volk ("die Leser") dazu zu befragen. Inhaltlich hat mich die Debatte wenig überrascht, natürlich waren die Meisten dagegen. Ravensburger haben oft ihre Schwierigkeiten mit Dingen, die neu sind und die sie nicht auf Anhieb verstehen ("Gefragt seien wieder mehr Erker, bunte Dachplatten und verspielte Winkel"). Das "Was" der Debatte war vorauszusehen, das "Wie" fand ich jedoch einigermaßen schockierend. Ich hatte mitunter den Eindruck, hier spricht der Mob. Gott sei Dank waren die verantwortlichen Architekten nicht in der Stadt, sie wären vermutlich geteert und gefedert worden. Da wird der Entwurf mit einer Justizvollzugsanstalt verglichen, sogar Schmähgedichte wurden verfasst. Diese "Streitkultur" lässt mich immer wieder daran zweifeln, ob etwas anderes als repräsentative Demokratie in Deutschland überhaupt möglich ist. Schade, aber so ist das eben.

Managervergütungen

Die Sau, die momentan durch jedes publizistische Dorf getrieben wird, heißt Vorstandsgehälter. Die Financial Times Deutschland hat dazu eine Sammlung lesenswerter Artikel veröffentlicht: Managergehälter. In "Gehaltsdebatte voller Vorurteile" werden neun weitverbreitete und populäre Vorannahmen zum Thema unter die Lupe genommen. Dennoch ist oft das Gehalt nur die Maßeinheit für die ausgeübte Macht, die ein Manager ausübt. Diesen Aspekt untersucht Doris Marszk in ihrem Beitrag "Macht oder Einfluss - Wie Manager ihrem Unternehmen schaden". Zur Abrundung auch ein Artikel von der anderen Seite des Meinungsspektrums: "Krokodilstränen im Haifischbecken" (Telepolis). Spannend finde ich, dass jetzt sogar Betriebsräte die Managergehälter verteidigen, wenn auch mit eher dämlichen Vergleichen: BASF-Betriebsrat verteidigt Managergehälter Netzeitung).

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