Gestern war wieder einmal Podcast-Hören angesagt. In SWR2-Forum unterhielten sich Jeanette Piram (Leiterin der Drogenhilfe Freiburg), Harry Hochuli (Polizeioberrat, Polizeirevier Freiburg Nord) und der Suchtforscher Wolfgang Settertobulte über das Thema: Was tun gegen Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen? (mp3). Einig waren sich alle Beteiligten, dass restriktive Maßnahmen zwar kurzfristig zu einer Entspannung der Lage beitragen, langfristig jedoch keine Lösung darstellen. Meine Meinung zum Jugendschutz wurde bestätigt, das Jugendschutzgesetz ist sinnvoll, es wird nur nicht umgesetzt. Klar, da befindet sich dieses Gesetz in guter Gemeinschaft mit anderen, nur sind die Folgen hier besonders dramatisch. Es geht schließlich um unsere jungen Leute.
Einen besonders kreativen Weg haben Angestellte meiner Heimatstadt Ravensburg beschritten, wie die Tage öffentlich wurde. Sie installierten einen speziellen Piepser (”Mosquito“), der junge Leute vom Gelände des Konzerthauses vertreiben sollte: Gerät verjagt Kids mit schrillen Tönen. Meines Erachtens ist dieses Vorgehen für den Umgang mit Jugendlichen symptomatisch, für Ravensburg passt es ganz besonders. Nun bin ich mal gespannt, ob sich die Ravensburger in Leserbriefen an das Heimatblatt über dieses ungeheuerliche Vorgehen ebenso aufregen wie über den Umbau ihres heiligen Berges. Ich traue mich zu behaupten, nein. Am besten, die Jugendzeit fiele aus, und die Menschen kämen gleich mit Mitte zwanzig zur Welt.