Papier vs. Internet und neue Medien?

Fibre Space vs. Cyber Space war der Titel einer Vortragsreihe während der diesjährigen Jahreskonferenz des Vereins Zellcheming. So richtig ausgewogen war das Ganze nicht. Von sechs Referenten wagte nur einer, Ewald Wessling, als Medienwissenschaftler die Außenperspektive. Die anderen Referenten kamen aus der Papierindustrie oder deren Zulieferbetrieben. Mit mehr oder weniger stichhaltigen Argumenten malten sie ein positives Bild von der Zukunft des Papiers. Warum auch nicht? Während der ganzen Debatte habe ich mich gefragt, warum hier auf Teufel komm raus ein Gegensatz konstruiert wird, der so vielleicht gar nicht existiert. Vielmehr scheint es doch so zu sein, dass kein neues Medium je ein älteres ersetzt hat. Oder hören Sie als Internet-Nutzer etwa kein Radio mehr? Einschlägige Studien sprechen eine andere Sprache. Dennoch, Verschiebungen wird es geben: Die IATA stellt auf elektronische Tickets um, das Kursbuch gibt es nur noch auf CD-ROM und Amazon macht mit dem Kindle die ersten erfolgreichen Schritte zur digitalisierten Literatur.

Es wird also Veränderungen geben für die Papiermacherei, da hilft es auch nichts, wenn man rhetorische Wagenburgen baut (”Papier??? - Papier!!!”). Es nützt auch nichts, wenn man zum wiederholten Mal Bill Gates zitiert und darauf hinweist, wie er sich doch im papierlosen Büro oder dem Internet getäuscht hat. Solche Zitate gibt es viele. In anderen Dingen hat sich Bill Gates jedoch nicht getäuscht. Und diese haben immerhin dazu geführt, dass Papieringenieure es heute für geboten halten, eine solche Vortragsreihe zu veranstalten.

Solche Aussagen nerven: Die Wikipedia-Autoren würden sich schwarz ärgern, dass Bertelsmann Auszüge ihrer Beiträgen in einem Buch herausgeben will. Da hat wohl der Referent in seinem Eifer das Recherchieren vergessen. Ein Blick in die Wikipedia (!) hätte genügt, um sich über die Zusammenarbeit der Wikipedia Foundation und Bertelsmann zu informieren. Was soll mit solchen Äußerungen bewiesen werden?

Nachdenklich haben mich die Äußerungen von Prof. Schabel vom Lehrstuhl Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik an der TU Darmstadt gemacht. Demnach muss man sich um die Innovationsfähigkeit der deutschen Papierindustrie sorgen, zumindest wenn man die finanzielle Ausstattung zu Grunde legt. Dabei liegen gerade hier die Antworten auf die geschilderten Herausforderungen.

Kollegiale Beratung

Coaching ohne Coach, so könnte man die Kollegiale (Fall-) Beratung (Intervision) beschreiben. Nach einer festen Vorgehensweise tauschen sich die Teilnehmer über anstehende Problemfälle aus, unterstützen sich gegenseitig und geben Lösungshinweise aus ihrem eigenen Erfahrungshintergrund. Im sozialen Bereich und im Schulwesen ist die Kollegiale Beratung schon länger üblich, in der Wirtschaft setzt sie sich erst jetzt nach und nach durch. Der offene Umgang mit Fehlern und das Zugeben-Können von eigener Ratlosigkeit gehört nicht unbedingt zu den Merkmalen der Kommunikationskultur in unseren Betrieben. Aber wie gesagt, es tut sich was. Überall dort, wo ich mit Kollegialer Beratung gearbeitet habe, wurde sie von den beteiligten Führungskräften mit Begeisterung aufgenommern. Zur Erläuterung der Methode eine Linksammlung, wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Bücher gibt es natürlich auch:

Fibre Space vs. Cyber Space

Ein Blog, das bei mir einen festen Platz auf der Blogroll hat, ist das von Thomas Knüwer “Indiskretion Ehrensache“. Mit großem Interesse verfolge ich, wie er die Veränderungen in seiner Zunft der Journalisten kritisch begleitet. Offensichtlich fällt es vielen Journalisten schwer, sich mit den Realitäten der neuen Medien abzufinden, von konstruktivem Umgang mit ihnen ganz zu schweigen. Der Informationsträger bei Printmedien ist in erster Linie Papier. Da liegt die Frage auf der Hand: Wie stehen eigentlich die Papierhersteller zu diesen Veränderungen in der Medienlandschaft? Schließlich sind sie unmittelbar davon betroffen und ohne Zweifel kriselt es im Printbereich.

Der Verein der Zellstoff- und Papierchemiker und -Ingenieure e.V. (Zellcheming) veranstaltet jedes Jahr in Wiesbaden eine Tagung, die vornehmlich technisch ausgerichtet ist. Von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche treffen sich die Experten, für mich wird der Mittwoch spannend. Am Vormittag gibt es einen Festvortrag von Prof. Bolz aus Berlin: “Die Zukunft der Massenmedien in den Zeiten des Internets.” (Ich hoffe, ich habe den richtigen Link recherchiert). In die Vollen geht es dann am Nachmittag. Es gibt eine Vortragsreihe “Fibre Space vs. Cyber Space - Printmedien in der Gesellschaft von morgen”. Die einzelnen Referate:

  • Fibre Space vs. Cyber Space? Zwei Standpunkte zur künftigen Medienentwicklung (E. Wessling)
  • Print auf dem Prüfstand – Zu aktuellen Entwicklungen auf dem Medienmarkt (C. Knoblauch)
  • Papier??? Papier!!! (E. Beuleke)
  • Ist Papier innovativ? (S. Schabel, P.W. Rizzi, F. Miletzky, H. Großmann)
  • Druckprodukte und Digimedien – Synthese und Ausblick (A. Helbling)

Wenn Sie möchten, können Sie die Kurzfassung der Vorträge schon jetzt einsehen, in der entsprechenden pdf-Datei ab Seite 56. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

Interpretatio Mundi - Wie deuten Wissenschaften Ihre Welt?

Unter diesem Titel findet an der TU Dresden eine Konferenz statt, auf der interdisziplinär die Deutungsvarianten diskutiert werden sollen. Ich finde dies ein spannendes Thema, spätestens seit ich das faszinierende Buch von Ludwik Fleck über Denkstile und -kollektive gelesen habe. Schade, ich wäre gerne dabei gewesen.

[via buergeruni.de]

Zitat des Tages

Das Zitat des Tages steht in einem Kommentar zum gestrigen Fussballspiel Deutschland-Österreich und stammt von Christian Gödecke:

[Gomez] vergab in der 2. Minute gegen Österreich eine Chance, die so unfassbar groß war, dass selbst die auf der Tribüne sitzende Angela Merkel den Ball wohl verwandelt hätte.

Die Websites der Universitäten

Jens Bemme hat letzten Freitag auf die neue Website meiner alten Alma Mater, der Technischen Universität Darmstadt, hingewiesen. Und tatsächlich, man reibt sich die Augen vor lauter ungewohnter Übersichtlichkeit. Als meine ältere Tochter sich vor einiger Zeit auf den Websites verschiedener Universitäten umsah, um sich über Studiengänge, Zulassungsmodalitäten usw. zu informieren, stiegen ihr (und mir auch) die Tränen in die Augen. Vielleicht können die Macher ja kein Englisch und können deshalb mit dem Wort “usability” nichts anfangen. Als ehemaliger Ingenieur kamen mir sofort die segensreichen Effekte von Normung in den Sinn. Vielleicht wäre so etwa angebracht, nicht wenn es um Selbstdarstellung geht, aber immer dann, wenn man Zahlen, Daten, Fakten erfahren möchte.

Microsoft und Open Space

Das ist ja mal eine interessante Meldung. Laut Michael Herman von Open Space World plant Microsoft für dieses Jahr sein MVP Global Summit 2008 mit Elementen der Open-Space-Technology durchzuführen. So viel ich weiß, gab es so etwas ähnliches auch schon einmal bei Microsoft Deutschland, sicher bin ich mir da aber nicht. Kollege Martin Leith hat sich zu der o.a. Veranstaltungen ein paar ganz eigene Gedanken gemacht: Microsoft to include Open Space in PDC2008 und More about the Microsoft Open Space. Er schreibt:

One aspect of the Microsoft ”conference within a conference” puzzles me. People wanting to offer an Open Space session must do so online, ahead of the conference.

Hmm, das puzzlet mich auch.

Die Papier-Universität

Das ist dem ehemaligen Papieringenieur gleich ins Auge gesprungen: Die Technical Association of the Pulp and Paper Industry (TAPPI) betreibt eine Paper University, auf der Sie allerlei Dinge über das Medium Papier erfahren können. Das Angebot richtet sich zwar in erster Linie an Lehrer, Schüler und Studenten, ist jedoch sicher auch für alle anderen Zeitgenossen interessant.

Lehrgang Fachwirt/in für online-Marketing

Heute erreichte mich folgende Mail:

am 24.Juni um 20:30 Uhr  findet in der WAK - Westdeutsche Akademie für Kommunikation ein Info-Abend zu dem neuen Studiengang “Fachwirt/in für Online-Marketing” statt. [snip] Das besondere an der Sache ist, dass es für eine/n Bewerber/in noch zusätzlich die Chance auf Stipendium gibt. Gesponsert von der Firma NetCologne hat dieser Bewerber dann die Möglichkeit an der WAK zu studieren und gleichzeitig ein einjähriges Praktikum in der Redaktion von www.koeln.de zu absolvieren.

Hier der entsprechende Link. Vielleicht ist das für Sie interessant.

Wie Sie eine gute Führungskraft werden

Wenn Sie lernen möchten, was ein gute Führungskraft ausmacht und wie Sie eine solche werden können, dann schauen Sie doch einmal bei Job Profiles vorbei. Hier finden Sie eine Sammlung von rund 80 einschlägigen Kursen: The Manager’s Handbook: 80+ Open Courseware Collections to Help You Be a Better Leader. Die Themen umfassen Grundlagen des Managements, Führungsverhalten, Kommunikation und Kultur, Finanzen, Produktivität, Personal, Strategie, Ethik, Projektmanagement und Organisation. Was da nicht hineinpasst, findet sich wie immer in “Sonstiges” wieder.

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