Medienwirtschaft in der Krise?

Heute hat Thorsten Stegemann auf Telepolis einen Beitrag zur Medienkrise veröffentlicht: Deutsche Medien: Konzentration und Stellenabbau. Offensichtlich ist die Finanz- und Wirtschaftskrise nur ein Teil des Problems. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Eigentümer die Chance nutzen, im Nebel der aktuellen Ereignisse in ihrem Sinne ein paar Dinge gerade zu ziehen. Das dürfte auch in anderen Branchen so passieren.

Zum gleichen Thema können Sie sich einen Podcast von dradio-Hintergrund Politik anhören: Die Zukunft des Zeitungsjournalismus (mp3).

Visualisierte Komplexität

Au backe, ist das ein Wortungetüm in der Überschrift. Man möchte es für Bullshit halten. Dem ist aber nicht so, vielmehr handelt es sich bei visualcomplexity um eine Website, auf der alle möglichen komplexen Dinge, die die Welt so hergibt, in Bildform gesammelt werden. Die Darstellungen sind in Kategorien unterteilt, es finden sich Beispiele aus der Biologie, der Musik, aber auch dem Verkehrswesen. Jede einzelne Visualisierung ist mit einem eigenen Steckbrief versehen, der sie eingehend erklärt. Faszinierend!

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[via MostFunnyPictures]

Selbsterfüllende Prophezeiung

Kürzlich habe ich mit meinem Freund Roger Drew in Washington telefoniert und ihn gefragt, wie die Stimmung ist. Seine Antwort war sinngemäß: “Na ja, die Lage ist zwar sehr ernst, aber seit der letzten Wahl herrscht überall eine optimistiche Grundstimmung.” “Amerika, du hast es besser”, möchte man mit Goethe sagen, zumindest in dieser Hinsicht. Dass wir Deutsche das Schwarzsehen in den Genen haben, wissen wir selbst und wissen die Anderen. Die Angloamerikaner haben dafür ein Fremdwort: German Angst. Wir neigen zum “Catastrophizing“, wie eine Studie (pdf) des Wissenschaftzentrums für Sozialforschung gerade wieder bestätigt hat: Deutsche jammern gerne, denn sie sind Europameister im Pessimismus.

Will man bei uns Europameistern Aufmerksamkeit erzielen, weil man Zeitungen oder sich selbst verkaufen muss, dann hilft es immer, die Zukunft in schwärzesten Farben zu malen. Der Spiegel als Zeitschrift und Hans-Werner Sinn als Einzelperson sind Meister auf diesem Feld. Das Problem liegt darin, dass diese Auguren das erst herbeireden, was sie vorher vorausgesagt haben. Selbsterfüllende Prophezeiung heißt sowas in Fachkreisen. Dabei wird die Reizschwelle immer höher, die schlechten Nachrichten von heute müssen schlechter sein als die von gestern, sonst reagiert keiner mehr. Also, Leute kauft Euch jetzt schon den Strick zum Aufhängen. Ihr wisst nicht, ob Ihr ihn in drei Monaten noch bezahlen könnt. :twisted:

Die Krise visualisiert

Wie konnte es nur dazu kommen? Wenn Sie dazu eine visualisierte Antwort bekommen wollen, dann schauen Sie sich doch einmal den Beitrag auf mint.edu genauer an: A Visual Guide to the Financial Crisis. Hier können Sie gut sehen, wie selbstverstärkende Wirkzusammenhänge zum Desaster führen. “Vernetztes Denken”, nannte Frederic Vester die entsprechende Disziplin. Sollten wir vielleicht öfter mal üben.

Spenden ohne zu Spenden

“Interessante Zeiten”- Leser Jens Heinrich hat mich auf eine interessante Aktion der Firma Maastrek Selection hingewiesen. Das Unternehmen spendet der Wikimedia Deutschland (Wikipedia Deutschland), Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V., für jeden Beitrag, der über ebendiese Aktion berichtet, 10 €. Das treibt der Firma den Traffic in die Höhe und Geld in die klammen Kassen von Wikipedia. Danke, Jens, für den Hinweis. 

Werbeartikel und Werbemittel

Schon wieder kein Papier mehr

Mittlerweile häufen sich solche Meldungen derart oft, dass ich sie an dieser Stelle nur noch sporadisch zitieren werde: Das PC Magazine erscheint nur noch online. Aus dem Inhalt:

Das renommierte “PC Magazine” erscheint mit der Ausgabe vom Januar 2009 zum letzten Mal in gedruckter Form und wird online weitergeführt. Damit verschwindet eine der renommiertesten Computerzeitschriften von den US-Kiosken.

Götterdämmerung?

Das ich die Äußerungen des Oberexperten Sinn und seiner Mitwissenden für nicht besonders hilfreich in diesen Tagen halte, ist den Lesern von Interessante Zeiten sicherlich nicht verborgen geblieben. Arne Heise,  Professor für Finanzwissenschaft an der Hamburger Universität, hat zu diesen Zeitgenossen in der Telepolis einen interessanten Beitrag geschrieben: Jetzt sind die Anderen dran! “Für einen Elitenwechsel in der Wirtschaftswissenschaft”. Die Botschaft hör ich wohl, vielleicht sind die Zeiten wirklich so schlimm, dass eine Änderung der Bewußseinslage bei den Ökonomen eintritt. Waren wir es mal ab.

Freie Statistik-Software

Als gewesener Ingenieur habe ich mich immer sehr für die praktischen Seiten der Mathematik interessiert. Besonders die Statistik hat es mir seit jeher angetan. Auf StatPages.net finden Sie eine riesige Auswahl von freier Statistiksoftware. Nicht nur als Links, sondern sogar mit ausführlicher Beschreibung. Vielleicht können Sie das eine oder andere Programm gebrauchen. Man weiß ja nie.

Wetterleuchten

Nochmal Printmedien. Paul Glazowski weist im Eintrag auf ein interessantes Angebot der New York Times hin und liefert auch gleich die passende Interpretation: Print in Crisis: NYTimes Offers Web Advertisers Free Paper.

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