Mitarbeiter entlassen - Wie macht man das eigentlich?

Heute wurde wieder über steigende Arbeitslosenzahlen spekuliert, eine schlechte Prognose jagt die andere. Was oft in den Nachrichten zu kurz kommt: Hinter den nackten Zahlen verbergen sich Einzelschicksale, verbergen sich Gesichter. Arbeitslose hatten einmal Arbeit, bevor sie sie verloren. Und eigentlich “verliert” man Arbeit auch nicht, sondern man wird entlassen. In den Nachrichten heißt es immer “Firma XY entlässt” soundso viel Mitarbeiter. Das ist auch nur die halbe Wahrheit, denn es sind Menschen, die die schlechte Botschaft überbringen müssen. Und oft genug sind dies andere als die, die über die Entlassungen entschieden haben.

Obwohl Entlassungen tagtäglich vorgenommen werden, werden Sie wenig in der Literatur über Mitarbeitergespräche darüber finden. Eine Frage, die unter die Haut geht: Wie führt man Trennungsgespräche so, dass man als Chef hinterher noch in den Spiegel schauen kann? Geht so etwas mit “Anstand” und wenn ja, wie? Klar, der Focus der Aufmerksamkeit liegt in der Regel auf der Befindlichkeit der Entlassenen, ich weiss aber von vielen Führungskräften, denen es gewaltig an die Nieren geht, wenn sie Mitarbeiter “abbauen” müssen.

Joe Falconer von Lifehack nimmt sich des Themas an: How to Fire Someone. Er schreibt:

Management is pretty easy for me, but I remember that one thing that got me at first was letting people go. It was hard, it sucked, and at first, I lost sleep over it. I am not the kind of guy who likes to displease people. For the record, it is still hard, it still sucks, and yeah, sometimes I still lose sleep over it.

Seine Hinweise fallen kurz aus, sind aber nachdenkenswert. Wie kommen Sie bei dieser unangenehmen Aufgabe über die Runden?

Fehlzeiten durch psychisch bedingte Erkrankungen nehmen zu

Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Betriebsarzt, der mir seine Sorgen bez. zunehmender psychischer Erkrankungen schilderte. Seine Aussagen finden ihre Bestätigung im Gesundheitsreport 8 der Techniker Krankenkasse. Demnach habe die Fehlzeiten insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % zugenommen, die psychischen Erkrankungen verzeichnen einen Anstieg um 8,2 %. Depressionen werden als Einzeldiagnose besonders häufig genannt. Woran mag das liegen? Schlagen da Zukunftsängste aufs Gemüt oder nimmt die geistige oder gar seelische Beanspruchung am Arbeitsplatz zu? Man darf auf die Erklärungen der Fachleute gespannt sein. Und vor allem auf die Vorschläge, wie wir aus der Spirale wieder herauskommen.

Sie können den Gesundheitsreport als pdf-Datei herunterladen.

web2.0 für die Wirtschaft

Holger Nauheimer ist ein Kollege, den ich vor Jahren bei Future Search Learning Workshop in Potsdam kennengelernt habe. Er hat meinen großen Respekt, denn er hat solche Dinge wie das Change Management Toolbook auf die Beine gestellt. Er beschäftigt sich seit längerem damit, wie die web2.0-Entwicklungen in der Wirtschaft im allgemeinen und im Change Management im besonderen genutzt werden können. Zu ersterem gibt es demnächst eine Webinar-Reihe, die Holger in diesem Video vorstellt: Web 2.0 for Business - An Introduction for Beginners. Auch der Rest der Reihe dürfte interessant werden.

San Francisco hat keine Tageszeitung mehr

Der technologische Wandel schreitet voran, die Lesegewohnheiten ändern sich. Was letztes Jahr auf dem Zellcheming-Jahrestreffen viele Referenten partout nicht wahrhaben wollten, ist in den USA längst Wirklichkeit. Der San Francisco Chronicle wird eingestellt und erscheint nur noch als online-Ausgabe, wie die Tagesschau berichtet: Das leise Sterben der Tageszeitungen. Die ganze Prozesskette ist betroffen, Drucker, Papiermacher, Journalisten. Jeder sucht nach neuen Geschäftsmodellen. In dem Beitrag wird John Henry zitiert, Chef der Journalistenschule in Berkeley:

Die Demokratie, so Henry, stehe auf dem Spiel, denn es werde nicht mehr darüber berichtet, was in den Rathäusern, Schulen und Gerichten passiere. Aber während sich das Medium verwandele, betont er, bleibt der Journalismus auf der Strecke.

Nein Herr Henry, da bin ich anderer Meinung. Es wird weiter berichtet werden über die Dummheiten in Rathäusern, Schulen und Gerichten. Auch und gerade von Journalisten. Was letztere aber am meisten beunruhigen dürfte, ist etwas ganz anderes: Der Verlust des Meinungsvervielfältigungsmonopols.  Es schmerzt der Niedergang der eigenen Bedeutung. Plötzlich darf jeder schreiben, twittern, bloggen.  Dennoch wird sich Qualität durchsetzen, da macht der Journalismus keine Ausnahme. Und: Vielleicht bleibt die Demokratie gar nicht auf der Strecke, vielleicht wird sie sogar stärker. Partizipation nennt man das.

5 Wege, das Zeitungssterben zu verhindern

Immer mehr Zeitungen werden besonders in den USA auf online umtestellte, bei uns gibt es Krisentreffen der Zeitungsverleger und weltweit sterben Papierfabriken: Die klassischen Printmedien sind mittendrin im Technologiewandel. Dennoch wird es immer Menschen geben, die auf Papier als Informationsträger nicht verzichten möchten und beim Frühstück die gedruckte Zeitung nicht missen möchten. Ein solcher ist offenbar auch Woody Lewis von Mashable. Er beschäftigt sich mit der Frage, wir Zeitungen überleben könnten und gibt auch die Antwort: Newspapers: 5 Ways to Avoid Extinction. Er schlägt vor

  1. Das Chaos annehmen
  2. Eine neue Strategie entwickeln, die Allianzen und Zusammenarbeit betont
  3. Finden eines starken Partners im Technologie-Umfeld
  4. Erschaffe eine Taxonomie in Twitter (das ist ein besonders spannender Abschnitt)
  5. Entdecke Lösungen im Bereich Micropublishing

und “Gar nichts zu tun, ist keine Alternative”. Ein Artikel mit Ansätzen, über die nachzudenken sich lohnt, wie ich meine.

Ausdruck des Tages

Äußerung von Albert Ehinger, Schulleiter der Ravensburger Edith-Stein-Schule:

Wir haben 500 Schüler, die wir gern beschulen würden und dürfen es nicht.

“Schüler beschulen”, das habe ich auch noch nicht gehört. Schüler als Objekte. Ohne es zu wollen, sagt der Schulleiter für mich damit mehr über den Zustand der deutschen pädagogischen Praxis aus, als es sämtliche wissenschaftliche Studien mit vielen Worten tun könnten.

[Quelle: Schwäbische Zeitung von heute]

Die Ravensburger Schüler wehren sich

Das ist doch mal was. Wie ich gestern geschrieben habe, will die Ravensburger Stadtverwaltung die diesjährigen Abiturienten an den dreifach gesicherten Katzentisch verbannen. Es formiert sich Widerstand: Stadt will Jugend aus Ravensburg verbannen. Die Schüler haben eine entsprechende Website ins Netz gestellt, auf der sie ihr Recht verteidigen, wie alle anderen Bürger auch auf dem Marienplatz feiern zu dürfen. Aber natürlich ist das bei den Blaskonzerten, dem Rutenfest und anderen Gelegenheiten auch was ganz anderes. Ich finde es toll, dass die Kids sich das nicht gefallen lassen.

Feiern, aber richtig

Wie heute das Heimatblatt berichtet, hat hat die Stadtverwaltung Ravensburg spontane Abifeiern auf dem Marienplatz untersagt:

“Die Belästigungen durch feiernde Abiturienten auf dem Marienplatz haben von Jahr zu Jahr zugenommen”, sagte Ravensburgs Erster Bürgermeister Hans Georg Kraus gestern auf SZ-Nachfrage. Zwar habe die Stadt niemals etwas gegen Abiturienten gehabt, die ihre Freude zeigen wollten. Doch “verbunden mit teilweise erheblichem Alkoholkonsum kam es in den letzten Jahren bei großen Feiern mit vielen Teilnehmern zu Problemen mit Lärm, Dreck und Scherben”, ergänzte Alfred Oswald, der Pressesprecher der Stadt. “Dies führte zu massiven Beschwerden bei der Stadtverwaltung.”

Nun hat die Stadt aber ein Herz für die Jugendlichen und stellt ihnen als Ausweichgelände den Hirschgraben für eine “zentrale Abiturientenparty” (sic!) zur Verfügung. Dort ist alles geregelt:

  • Ein privater Sicherheitsdienst sorgt für Ordnung
  • Die Polizei mischt sich mit zivilen Kräften unter das Publikum
  • Ab 18:00 Uhr ist Schluss

Ich bin mir sicher, dass die “Abiturientenparty” bei diesen Rahmenbedingungen ein schlagender Erfolg wird und freue mich, dass die Stadt Sinn für Zucht und Ordnung zeigt. So wie vor einigen Jahren bei der “Ravparade”, als ganze Heerscharen von angeforderten Bereitschaftpolizisten die Stadt vor den feiernden Jugendlichen schützte.

Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit habe ich niemanden stellen hören, jetzt wie damals.

Ziele - Möglichkeiten und Grenzen

Ohne Ziele geht im Management gar nicht. Die Zielvereinbarung wird wie eine Monstranz von jeder Managementschule herumgetragen. Dabei ist es mit der  Zielerreichung gar nicht so weit her, wenn man verschiedenen Studien Glauben schenken kann. Ein Interview mit Max H. Bazerman beleuchtet Möglichkeiten und Grenzen von Zielen näher: When Goal Setting Goes Bad. Quasi ein Fazit:

Q: If not goals, what?

A: Creating environments where people want to achieve, where they want to help the organization, and where they want to do so in an ethical manner.

So etwas habe ich auch beim GTD Summit in einem Beitrag gehört,  muss noch mal nachblättern, von wem.

Die Finanzkrise im Bild

Langsam scheint aus der virtuellen eine tatsächliche und aus der allgemeinen eine persönliche Finanzkrise zu werden. Warum das so ist und wie die Finanzkrise “geht”, lässt sich in Worten schwer erklären. Da müssen schon Bilder her. Flowing Data hat entsprechende Krisenvisualisierungen zusammengestellt: 27 Visualizations and Infographics to Understand the Financial Crisis. Sie sehen, es gibt zwar eine Visualisierung der Krise, aber keine Krisse der Visualisierung. Der Kalauer sei erlaubt. ;-)

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