Nach einem, wie ich fand, unsäglichen Konzert des Saxophonisten David Sanborn, bei dem ich früher gegangen war, habe ich mich während der Heimfahrt gefragt, wer eigentlich wem nach dem Konzert eine Zugabe gibt. Die herrschende Meinung ist ja die, dass der Künstler dem Publikum eine Zugabe gibt. Er arbeitet für die gleiche Gage länger und tut damit dem Auditorium einen Gefallen. Ich finde, man kann es auch umgekehrt sehen: Der Künstler ist so gut, dass ich ihm ohne Reue meine kostbare Zeit opfere. Er gibt also nicht mir eine Zugabe, sondern ich ihm. Eine Konzertkritik würde dann schließen: “Der Auftritt war brillant, das Publikum gab dem Künstler drei Zugaben.” Nun gut, ich gebe zu, der Gedanke ist etwas schräg, aber ab und zu soll Querdenken ja nicht schaden.
Surviving The World macht sich seine eigenen Gedanken dazu: Encores. Wo nimmt der Mann die vielen Einfällen her?